Akrap Finest Coffee

Akrap Finest Coffee

Unweit der Mariahilferstraße ensteht in der Theobaldgasse im 6. Bezirk gerade ein kleines aber feines Grätzel mit einer interessanten Mischung aus Design, Gastronomie, Mode und mehr. Viele dieser Läden haben mehr als nur einen Blick verdient. Direkt neben feinkoch (und sogar mit direktem Durchgang) befindet sich das Akrap. Das Café zählt dabei nicht zu den klassischen Vertretern der Third Wave Coffee Bewegung. Vielmehr könnte sich diese Lokalität genauso in einer italienischen Kleinstadt befinden. Die Assoziationen mit einer italienische Espressobar sind unvermeidbar.

Auch die Bohnen betreffend ist das Vorbild ganz klar: Die italienische Kaffeekultur. Neben einer entkoffeinierten Variante gibt es vier Röstungen, die Vorort oder auch im Webshop, erworben werden können. Die kleinste verfügbare Menge sind leider 500g, vorgemahlene Varianten sowie Kapselabfüllungen außen vor gelassen. Angeboten werden zwei Single-Origins (Mount Elgon aus Uganda, Ipanema aus Brasilien) sowie zwei Blends mit deutlichem Robusta-Anteil (Savannah, Siciliano). Alle Bohnen werden direkt gehandelt, mit einigen der Kaffeebauern steht man in regelmäßigem Kontakt. Die Lohnröstung der Bohnen wird von einer mailändischen Rösterei durchgeführt. Insbesondere bei Mount Elgon vermissen wir die sonst für Afrika üblichen, deutlichen fruchtigen Noten fast komplett. Ob dies ein einmaliges Problem mit der Röstcharge ist konnten wir leider nicht feststellen, da das Röstdatum auf den Packungen nicht vermerkt ist.

Akrap Bar

Vorort wird eine Faema Enova zur Espressozubereitung verwendet. Ganz nach italienischem Vorbild umfasst die Karte Klassiker wie Espresso (als Single, Double oder Triple Shot), Cappuccino, Latte Macchiato, … Der Flat White muss sich hier schon fast wie ein Außenseiter fühlen. Für die Zubereitung der Milchgetränke wird ausschließlich Bio-Vollmilch der Marke „besser Bio“ verwendet. Sojamilch kann ebenfalls gewählt werden, allerdings gegen Aufpreis. Leider steht nur eine Mühle (La Cimbali Magnum) zur Verfügung, es wird zwar regelmäßig zwischen den eigenen Röstungen gewechselt, an der Bar besteht aber keine Wahlmöglichkeit. Bei unseren Besuchen befand sich die Savannah Röstung in der Mühle, die trotz 30% Robusta Anteil immer noch leicht fruchtige Arabica Noten aufweist. Zweifelsohne aber keine universelle Röstung, die alle glücklich macht.

Filterzubereitungen werden nicht angeboten. Neben Kaffee gibt es allerdings unterschiedliche Limonaden, andere Heißgetränke sowie Kuchen im Glas, Croissants und natürlich Cantuccini.

Akrap Kiosk

Preislich liegt das Akrap mit 1,8€ für einen einfachen Espresso im Mittelfeld. Die Bohnen sind für die gebotene Qualität durchaus als günstig einzustufen (ab 11,65€/500g). Stempelkarten oder ein alternatives Bonussystem werden allerdings nicht angeboten. Spezielle „al banco“ Preise gibt es leider auch nicht, das würde dem italienischen Flair noch eins drauf setzen.

Wir würden das Akrap als eine typische italienische Espressobar bezeichnen. Relativ wenig Sitzplätze, jedoch ein großer Barbereich an dem die Getränke im Stehen genossen werden können – ganz nach italienischem Vorbild. Wenn auch die Vielfalt und Kaffeequalität nicht ganz mit den neuen Vertretern der Third Wave Coffee Bewegung mithalten kann, ist das Akrap dennoch einen Besuch wert.

Kaffee
4.0/5
Angebot
2.5/5
Atmosphäre
4.0/5
Preis/Leistung
4.0/5
Beratung
3.5/5

Keine Garantie für Richtigkeit der Angaben. Dieses Review spiegelt unsere subjektiven Erfahrungen und Meinungen wider.

Akrap Finest Coffee am 19. November 2014 ist bewertet mit 3.5 of 5

Manfred

Ich bin ein Freund der italienischen Kultur, und trinke bevorzugt Espressi. Bin jedoch für alles offen und die Vielfalt an Aromen fasziniert mich jedesmal aufs Neue. Ihr findet mich auf Twitter (und auch sonst fast überall) unter @mlinzner.

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