Kaffee von Sascha

Kaffee von Sascha.

Was guten Kaffee anbelangt gab es in Wien Margareten lange Zeit nur die Möglichkeit auf andere Bezirke auszuweichen, beispielsweise die kaffeefabrik in Wieden. Seit Ende Oktober gibt es in der Pilgramgasse, direkt beim Margaretenhof, endlich ein neues Café, das Speciality Coffee zelebriert: Kaffee von Sascha.

Die Bohnen werden von den Kaffeepiraten speziell für das Café geröstet, in Zukunft will Besitzer Sascha aber zusätzlich Kaffee anderer Röstereien beziehen. Derzeit stehen mehrere Single-Origins zur Auswahl – aus Ethiopien, Sumatra und Brasilien. Manchmal sind auch „Cup of Excellence“ Bohnen darunter. Insgesamt konzentriert man sich mehr auf die fruchtigen Varianten des schwarzen Getränks. Für LiebhaberInnen klassischer Espressi gibt es aber auch schokoladigere Röstungen – Blends mit Robusta-Anteil finden sich hier allerdings keine. Die Bohnen können auch direkt im Café gekauft werden. Das Angebot an Kaffeebohnen wird außerdem ein bis zwei Mal pro Monat gewechselt.

Kaffee von Sascha.

Der Espresso kommt hier aus einer zweigruppigen La Marzocco Linea PB Siebträgermaschine. Wählen kann man dabei immer zwischen zwei verschiedenen Bohnen, die in Mazzer Kony Mühlen gemahlen werden. Eine beinhaltet meist einen blumigen, fruchtigen, säurebetonten Kaffee, während in der anderen Bohnen mit eher klassischeren Schokoladenoten gemahlen werden. Neben Espresso wird auch Capuccino und Cafè Latte angeboten, auf Wunsch können alle Getränke auch mit zwei Espresso Shots bestellt werden. Auch ein Ristretto ist möglich, wenn man danach fragt. Für die Milchgetränke wird ausschließlich Biomilch verwendet, als Alternative (für vegan lebende Menschen bzw. bei Unverträglichkeiten) gibt es außerdem laktosefreie Milch und Soja-, Reis- bzw. Mandelmilch. Wasser können sich Gäste im Kaffee von Sascha selbst aus Karaffen neben dem Eingang einschenken. Geschmacklich sind die Espressi mit den Ethiopien-Bohnen sehr säurebetont, mit deutlich fruchtigen Noten. Wer sonst nur den klassischen Kaffeehausespresso kennt, wie er im fünften Bezirk ansonsten angeboten wird, erlebt hier eine positive Überraschung.

Zusätzlich wird Kaffee als Cold Brew, aus der AeroPress und gefiltert angeboten. Die Bohnen werden auch hier frisch in einer Mazzer Super Jolly gemahlen. Zubereitet werden dann 250ml Filterkaffee in einem V60 Dripper, aus den Röstungen kann man dabei frei wählen. In Zukunft will Besitzer Sascha auch Chemex als Alternative anbieten.  Für die Zubereitung zu Hause kann außerdem entsprechendes Zubehör direkt im Café gekauft werden. Am Filterkaffee an sich gibt es nichts auszusetzen: Die versprochenen Aromen lassen sich im servierten Kaffee wiederfinden. Als Besonderheit wird der Kaffee auf Wunsch auch in der Mokkakanne zubereitet.

Zum Kaffee können kleine Beilagen namens Gorischok bestellt werden. Dieses kleine Gebäck ist entweder süß (Nutella, karamellisierte Milch, …) oder salzig (Thunfisch, Käse, …) gefüllt. Der Teig für die Umhüllung wird aus Bio-Zutaten selbst hergestellt. Als Kaffee-Alternative bietet man außerdem fritz-kola, Mineralwasser und Cascara an. Letzteres ist ein Getränk, das aus Kaffeekirschen zubereitet wird. Auch Kakao wird in zwei Varianten angeboten: Entweder aus 100%igem Kakaopulver oder aus echter Schokolade.

sascha

Preislich liegt das Kaffee von Sascha im Mittelfeld. 1,9€ für einen Espresso und 2,8€ für einen (einfachen) Cafè Latte sind für die gebotene Qualität sehr angemessen. Auch der Filterkaffee und Cold Brew liegen mit 3,50€/250ml preislich im Mittelfeld der Third Wave Cafés. 250g Bohnen gibt es ab 8,50€, die teuerste Röstung kostet 14,90€/250g. Gorischok kosten pro Stück 50 Cent, wer gleich fünf bestellt bekommt diese um insgesamt 2€.

Das Café ist sehr gemütlich eingerichtet, mit zwei Sitzplätzen am großen Fenster zur Pilgramgasse hinaus. Außerdem gibt es ein Sofa und vier nicht ganz so bequeme Sitzhocker. Die Bar aus Holz und die dahinterliegende Wand mit Tafellack finden wir sehr schick. Während das Sitzplatzangebot – wie so oft bei Third Wave Cafés – mit 8 Plätzen ingesamt eher gering ausfällt, hat man hier jedenfalls genug Bewegungsfreiheit und muss sich nicht eingeengt fühlen. Ein Pluspunkt ist wohl auch Barista Sascha selbst, der immer gut gelaunt ist und jederzeit gerne über Kaffee und andere Dinge mit den Gästen plaudert.

Kaffee
5.0/5
Angebot
4.5/5
Atmosphäre
4.0/5
Preis/Leistung
4.5/5
Beratung
5.0/5

Keine Garantie für Richtigkeit der Angaben. Dieses Review spiegelt unsere subjektiven Erfahrungen und Meinungen wider.

Kaffee von Sascha am 4. Dezember 2014 ist bewertet mit 5.0 of 5

Patrick

Ich trinke Kaffee am liebsten aus der Bialetti Brikka oder aus dem Kaffeesyphon. Ansonsten mag ich es zu bloggen und Fotos zu machen. Außerdem habe ich ein Herz für Typographie, interessiere mich für Mode und mag Emoji. Auf Twitter und Instagram findet ihr mich unter @patloew.

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