kaffemik

kaffemik

Vor nicht all zu langer Zeit endete die Suche nach gutem Kaffee im 7. Bezirk schnell vergebens. Nun hat die Third Wave Coffee Bewegung (endlich!) auch Wien großflächig erreicht und das kaffemik in der Zollergasse ist ein wunderbarer Vertreter.

Der Begriff kaffemik kommt aus dem Dänischen und beschreibt eine grönländische Tradition: Einen Ort, der zur Zusammenkunft genutzt wird und an dem man Kaffee trinkt. Das kaffemik setzt da noch einen Satz drauf und versteht sich als Ort für Europas unabhängige Kaffeeröster. Jeden Monat wird eine andere Rösterei aus Europa vorgestellt. In den ersten Monaten waren darunter schon bekannte Namen wie The Coffee Collective aus Dänemark, Doubleshot aus Prag oder Third Floor Espresso aus Dublin. Interessierte können sich im Webshop an den Bestellungen der Bohnen beteiligen.
Neben den monatlich wechselnden Bohnen gibt es eine Hausröstung von der Rösterin. Auch die meisten anderen Röstungen von Johanna Wechselberger sind seit kurzem im kaffemik erhältlich.

kaffemik

Als Siebträgermaschine ist eine La Marzocco Linea PB im Einsatz. Es gibt zwei Mühlen, neben der Hausmarke stehen auch Bohnen der aktuell vorgestellten Rösterei zur Wahl. Die Karte umfasst neben den bekannten Klassikern auch hierzulande eher unbekannte Kandidaten, wie den Flat- oder Grande White. Auf Sonderwünsche wird auch immer gerne eingegangen. Die Hausmarke ist eine schön balancierte Röstung, die sich auch wunderbar mit Milch verträgt. Der Inhalt der zweiten Mühle hängt natürlich von der jeweiligen Rösterei ab, ist aber zumeist eine deutlich fruchtigere Variante. Für Abwechslung und Überraschungen ist jedenfalls gesorgt, das ist in die Bewertung durchaus positiv eingeflossen. Es wird ausschließlich Bio-Milch verwendet – die Vollmilch kommt aus der Steiermark von Mantscha. Alternativ kann auch Sojamilch oder laktosefreie Milch bestellt werden.

Die wahre Leidschaft von Simon, dem Chef-Barista, liegt aber wohl beim Filterkaffee. Beim Filterkaffee kann zwischen allen verfügbaren Bohnen der vorgestellten Rösterei gewählt werden – derzeit fünf Single-Origins der Prager Rösterei Doubleshot: Bolivien, Kenia, Costa Rica, Äthiopien (Wote) und Äthiopien (Kochere). Für die Zubereitung stehen V60 Dripper oder Aeropress bereit.

Saisonal gibt es auch noch Specials, wie zum Beispiel Cold Brew Coffee in den Sommermonaten.

kaffemik

Neben Kaffee gibt es eine kleine Auswahl an Mehlspeisen (Croissant, Tarte, Pain au Chocolat) der benachbarten französischen Bäckerei tart’a tata sowie Tees, heiße Schokolade und Limonaden.

Mit 2€ für einen einfachen Espresso und Bohnen ab 9,50€/250g liegt das kaffemik im gehobenen Mittelfeld – für die gebotene Leistung aber durchaus noch gerechtfertigt. Stempelkarten werden als Bonussystem ebenfalls angeboten.

Passend zum Namen erinnert auch die Einrichtung an ein reduziertes, zurückhaltendes skandivanische Design. Im Gegensatz zu anderen Vertretern der Third Wave Coffee Bewegung ist im Lokal ausreichend Platz. Eng wird es eher selten, Sitzplätze sind dennoch relativ spärlich vorhanden. Das Design spricht sicherlich nicht jede/n an, lenkt aber auch nicht von den hier wichtigen Dingen ab: Kaffee.

Kaffee
5.0/5
Angebot
4.5/5
Atmosphäre
4.0/5
Preis/Leistung
4.0/5
Beratung
4.5/5

Keine Garantie für Richtigkeit der Angaben. Dieses Review spiegelt unsere subjektiven Erfahrungen und Meinungen wider.

kaffemik am 5. November 2014 ist bewertet mit 4.5 of 5

Manfred

Ich bin ein Freund der italienischen Kultur, und trinke bevorzugt Espressi. Bin jedoch für alles offen und die Vielfalt an Aromen fasziniert mich jedesmal aufs Neue. Ihr findet mich auf Twitter (und auch sonst fast überall) unter @mlinzner.

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