Filtermaterialien

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Papier kommt bei vielen Filterkaffee-Zubereitungsmethoden als Standard-Filtermaterial zum Einsatz. Jedoch ist es mit Papier nicht abgetan, denn es finden sich noch zwei Alternativen am Markt: Metall- und Stofffilter. Dabei unterscheidet sich nicht nur das Material, sondern auch das Ergebnis in der Tasse. Papierfilter finden sich in den gängigen Pour-Over Zubereitungen wie V60 und Chemex, als auch in der populären AeroPress. Siebträger, French Press und Mokkakannen sind klassische Beispiele für Metallfilter. Für V60, Chemex und AeroPress werden alternativ auch Metallfilter angeboten, sie sind somit flexibler als andere Zubereitungsmethoden hinsichtlich Filterwahl.

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Oft ist das Thema Wiederverwendbarkeit ein Beweggrund, einen Filterwechsel in Erwägung zu ziehen. Metall- und Stofffilter sind etwas teurer in der Anschaffung, jedoch amortisiert sich der Preis bei häufiger Verwendung in absehbarer Zeit. Wer wiederverwenden will, sollte berücksichtigen, dass dabei zusätzliche Wartungsarbeiten anfallen: Der Filter muss jedes Mal gründlich gereinigt werden, um den nächsten frisch gebrühten Kaffee nicht mit einem unerwünschten Beigeschmack zu verunreinigen.

Mit größter Sorgfalt muss hierbei mit Abstand der Stofffilter behandelt werden. Am besten spült man den Filter direkt nach der Verwendung gründlich durch und trocknet ihn anschließend so gut und schnell wie möglich, um ebenfalls unerwünschte sich im Wasser bildende Stoffe zu vermeiden. Wartungsarbeiten beim Metallfilter belaufen sich hierbei lediglich auf gründliches Abspülen und kurzes Abwischen. Bakterien und Fremdstoffe können sich nicht so leicht festsetzen wie beim Stofffilter. Für die gründlichere Reinigung des Stofffilters gibt es jedoch spezielle Reinigungsmittel, die gegen die festsitzenden Absonderungen des Kaffees entwickelt wurden. (z.B. Urnex Cafiza Espressomaschinenreiniger)

Ein weiteres Kriterium bei der Filterwahl bilden mit Sicherheit die Unterschiede im Geschmackserlebnis. Grund dafür ist die unterschiedliche Durchlässigkeit der beim Brühvorgang freigesetzten Kaffeeöle und Fette, die für ein volleres Mundgefühl verantwortlich sind. Papierfilter lassen so gut wie keine Öle und Fette in die Tasse, wodurch ein klareres und evtl. fruchtigeres Ergebnis (siehe: rechtes Glas, Bild unten) zu erwarten ist. Beim Metallfilter finden die oben genannten Öle und Fette ihren Weg in den fertigen Kaffee und sorgen, zusätzlich zur leichten Geschmacksveränderung, für eine gewisse Trübheit im Getränk (siehe: linkes Glas, Bild unten) – außerdem können die abgesonderten Öle und Fette sehr gut auf der Kaffeeoberfläche betrachtet werden. Darüber hinaus spielt die Feinheit des Filters eine wesentliche Rolle hinsichtlich durchgelassener Sedimente im Kaffee. Papierfilter sind bei weitem feiner als Metallfilter und stoppen somit jegliches Kaffeemehl. Den Mittelweg beschreitet hier der Stofffilter, der zwar Öle durchlässt, allerdings keine Kaffeemehlreste. An diesem Punkt teilen sich die Vorlieben und es bleibt nichts anderes übrig als sich durchzuprobieren und für sich selbst eine Entscheidung zu treffen.

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Weiterführend gibt es noch verschiedenste Studien, die verschiedene Kaffeefilter in Zusammenhang mit Gesundheit behandeln. Einerseits wurde von überwiegend positiven Beobachtungen hinsichtlich regelmäßigen Kaffeekonsums berichtet: Risikosenkung von Herzerkrankungen, Diabetes Typ-2, Demenz, Gallensteinen und mehr. Andererseits muss bedacht werden, dass Metallfilter Kaffeeöle bzw. Fette in den fertig gebrühten Kaffee durchlassen. Das bedeutet konkret, dass Cafestol und Kahweol in den Kaffee gelangen, die für einen kurzzeitigen Anstieg des Cholesterins verantwortlich sind. Andere Quellen berichten wiederum, dass der Cholesterinspiegel nach Kaffeekonsum steigt, egal ob Papier oder Metall, und somit eine erhöhtes Herzinfarktrisiko besteht. Anhand dieser widersprüchlichen Informationen kann also keine Filterempfehlung bezüglich der gesundheitlichen Auswirkungen gegeben werden.

 

Quellen:

Gerald

Student und Kaffeegenießer. Das Experimentieren mit den verschiedensten Brühmethoden bereitet mir Freude. Ohne der Gesellschaft netter Menschen wäre es jedoch nur halb so schön. Auf Twitter und Instagram zu finden unter: @geraldvoit.

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